Psychische Belastung durch den Umzug

Psychische Belastung – Frau ist nach dem Umzug gestresst

Umzugsstress kann sich negativ auswirken

Egal, wie gut ein Umzug geplant wird – er ist trotzdem anstrengend. Je nach Persönlichkeit und psychischer Verfassung hat der Umzug unterschiedliche Auswirkungen auf die Betroffenen. Die einen haben keine Probleme, für andere ergeben sich negative Folgen. Der Grund dafür liegt einerseits sicherlich bei den Ursachen eines Umzugs. Die einen ziehen um, weil sie sich in der bisherigen Umgebung nicht wohlfühlen, die anderen, weil sie ihre Arbeitsstelle wechseln oder zu ihrem Partner ziehen. Umzüge aus erfreulichem Anlass sind dabei weniger das Problem.

Außerdem gehören Umzüge zu den psychisch belastendsten Dingen im Leben. Warum das so ist und wie Sie darauf am besten reagieren, erfahren Sie im folgenden Artikel. Außerdem haben wir Ihnen Tipps für einen möglichst stressfreien Umzug zusammengestellt.

Was ist Stress?

In der heutigen Gesellschaft ist Stress ein generelles Problem. Hervorgerufen wird er häufig durch den Job, Streitigkeiten oder eben durch einen Umzug. Wichtig ist es, zwischen positivem und negativem Stress zu unterscheiden. Positiver Stress schadet uns nicht. Er dient eher als Motivator. Der negative Stress hingegen kann uns krank machen und im Alltag hemmen. Jeder Mensch ist unterschiedlich anfällig für Stress oder Situationen, die diesen auslösen. Oft leiden Jüngere darunter, da sie weniger Lebenserfahrung besitzen und nicht darauf zurück blicken können, wie sie frühere Situationen gemeistert haben.

Wie entsteht Stress?

Stress entsteht aus einem Ereignis, das für uns belastend ist, unserer Reaktion darauf und der Bedeutung, die wir dem Ereignis zuordnen. 

Wie stark jemand gestresst ist, muss individuell für jede Person begutachtet werden.
Als sehr starke Stressauslöser gelten zum Beispiel Ereignisse wie ein Umzug, ein Todesfall oder eine Hochzeit. Natürlich gibt es noch viele andere Gründe, doch nicht alle werden zu einer Belastung. Dies passiert, wenn diese Situationen plötzlich auftreten und einen direkt betreffen. Hinzu kommt, dass wir uns im Nachhinein oftmals zu viele Gedanken darüber machen, ob wir richtig entschieden haben und dann mit unserer Wahl hadern.

Wie äußern sich solche Belastungen?

Die Belastungen können sich ganz unterschiedlich äußern. Einige bekommen starke Kopfschmerzen, andere bekommen Magenprobleme. Allgemein lassen sich solche Auswirkungen in einen psychischen und körperlichen Bereich aufteilen.

  • Körperliche Reaktionen:
    Magenbeschwerden, Müdigkeit, Kribbeln oder Gliederschwäche.
  • Psychische Reaktionen:
    Anspannung, starke Reizbarkeit, Aggressionen, hohe Nervosität bis hin zu Depressionen.

Ein verstärkter Griff zu Alkohol, Zigaretten oder Essen sind weitere mögliche Auswirkungen.

Abschied

Zusätzlich zu diesen Stressfaktoren kommt hinzu, dass manche einen Abschied, wie er durch einen Umzug entsteht, nicht gut verkraften. Das liegt unter anderem daran, dass wir in den meisten Fällen eine starke Verbindung zu unseren Mitmenschen suchen.

Anpassungsstörung

Ein weiteres Problem nach einem Umzug kann neben dem Abschied in der sogenannten Anpassungsstörung liegen. Eine solche Störung tritt nach einschneidenden Erlebnissen (Umzug, Trennung oder Flucht) auf, bei denen wir eine wichtige Person verlassen. Die Folgen dieser Störung sind sozial und emotional zu erkennen. Diese zeigen sich oftmals durch übertriebene Reizbarkeit oder Freudlosigkeit bis hin zu dem Gefühl einer innerlichen Bedrängnis. Noch tiefer gehende Folgen äußern sich durch einen Rückzug aus dem sozialen Leben, Schlaflosigkeit, Depressionen oder sogar Suizidgedanken.

Wie reagiere ich auf psychische Belastung?

Natürlich leidet nicht jeder nach einem Umzug an psychischen Problemen. Sollte jedoch ein schwerwiegendes Ereignis in Ihrem Leben bevorstehen, kommunizieren Sie als erste Vorsichtsmaßnahme mit Freunden, dem Partner oder Familienangehörigen und sprechen Sie sich aus. Reden Sie über die Ängste und Probleme, mit denen Sie zu kämpfen haben. Das Gleiche gilt auch, falls Sie bereits merken, dass Sie an einer Anpassungsstörung leiden.

Gute Planung beugt Umzugsstress vor

Damit es gar nicht erst zur psychischen Belastung kommt, sollten Sie Ihren Umzug so stressfrei wie möglich gestalten. Hier haben wir Ihnen dafür einige Tipps zusammengestellt:

Zunächst einmal sollten Sie den Umzug frühzeitig planen. So reduziert sich die Gefahr, dass unerwartete Stresssituationen wie vergessene Kündigungen oder fehlende Umzugskartons auftreten. Sind alle zu erledigenden Tätigkeiten klar definiert, kommen Sie nicht so schnell aus der Ruhe. Ebenso ist es ratsam, sich mindestens ein bis zwei Tage Urlaub zu nehmen. Wenn Sie Glück haben, gewährt Ihnen Ihr Arbeitgeber Sonderurlaub für den Umzug. Dann können Sie sich stressfreier einrichten und die notwendigen Ämtergänge erledigen.

Die körperliche Belastung eines Umzugs kann ebenfalls reduziert werden, indem Sie ein Umzugsunternehmen beauftragen. Auf Wunsch ist sogar das Packen der Umzugskartons im Service enthalten. Dabei ist noch eine weitere starke Belastung vermeidbar – nämlich die der Geldbörse. Vergleichen Sie am besten mehrere Unternehmen und lassen sich Angebote zukommen. Sollten Sie kein Unternehmen beauftragen, aber auch nicht alles alleine machen wollen, bitten Sie Freunde und Familie um Hilfe. Es gibt aber auch die Möglichkeit, Umzugshelfer zu buchen, die Sie beim Tragen unterstützen.

Wohlfühlen in den neuen vier Wänden

Sind alle Kartons und Möbel in der neuen Wohnung angekommen, geht es ans Einrichten. Um den Trennungsschmerz zur alten Wohnung zu verringern, kann es helfen, die neue Wohnung ähnlich wie die Alte einzurichten. Nehmen Sie sich Zeit und gewöhnen Sie sich erst einmal an das neue Zuhause. Bei einem regionalen Umzug bleiben Ihnen immerhin Ihre Freunde erhalten, mit denen Sie sich in der neuen Wohnung treffen können. So können Sie sich gemeinsam daran gewöhnen und schnell entsteht das alte Sicherheitsgefühl. In der Eingewöhnungsphase sollten Sie sich auf keinen Fall sozial abschotten. Gehen Sie raus und erkunden Sie die neue Umgebung, auch durch angenehme Aktivitäten lässt sich die psychische Belastung verringern.

Bild: © Alliance / fotolia.com

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