Ratgeber: Amtliche Zuständigkeiten vor und nach dem Umzug

Formular mit Kugelschreiber - Hochzeit Behördengänge

Rund um Hochzeit und Umzug sind viele Behördengänge zu absolvieren. (pixabay.de © Krissie CCO Public Domain)

Die Hochzeit ist der schönste Tag im Leben. Bevor jedoch das lang ersehnte Ja-Wort gesprochen werden kann, sind verschiedene bürokratische Aufgaben zu erledigen. Das gilt insbesondere dann, wenn im Rahmen der Hochzeit ein Umzug stattfindet. Neben der Anmeldung beim zuständigen Standesamt, ist es wichtig, das Einwohnermeldeamt über den Umzug in Kenntnis zu setzen. Außerdem bestehen Aufgaben darin, das Auto umzumelden, dem Finanzamt Bescheid zu geben und gegebenenfalls eine Umzugserlaubnis beim Arbeitsamt einzuholen.

Der Umzug in eine gemeinsame Wohnung

Eine Hochzeit ist häufig mit dem Umzug in eine gemeinsame Wohnung verbunden. Einige Paare haben sich schon ein eigenes Zuhause gesucht, bevor sie sich das Ja-Wort geben. Andere warten extra ab, um den Hochzeitstag auch räumlich zum ersten Tag des gemeinsamen Lebens zu machen. In jedem Fall ist es nötig, eine geeignete Wohnung zu finden. Hierbei sollte berücksichtigt werden, ob in naher Zukunft ein Kinderwunsch erfüllt werden soll. In einem solchen Fall ist es sinnvoll, wenn Haus oder Wohnung mindestens einen zusätzlichen Raum haben.

Umzug vor der Eheschließung:

Pro Contra
Man lernt die Eigenarten des Partners kennen Das gemeinsame Leben ist bereits vor der Eheschließung Alltag und Routine
Weniger Stress rund um die Hochzeit Wegen der Hochzeitsplanung bleibt kaum Zeit für die Planung des Umzugs
Weniger Termindruck bei der Auswahl der Wohnung Bis zur Hochzeit können sich Vorlieben in Bezug auf die Wohnung verändern und ein Kinderwunsch entstehen
Umzugshelfer aus dem Freundeskreis haben eher Zeit, da sie nicht in die Hochzeitsvorbereitungen eingespannt sind Nach der Hochzeit sind alle deutlich entspannter beim Umzug
Größere Flexibilität bei der Auswahl eines Umzugsunternehmens Der Umzug wird das erste große gemeinsame Projekt der Eheleute

Nach dem Umzug in die gemeinsame Wohnung ist ein Besuch beim Einwohnermeldeamt zwingend erforderlich. Hierfür haben die Eheleute eine Woche nach Umzug Zeit. Es werden alle notwendigen Dokumente wie Personalausweis oder Reisepass an den neuen Wohnort angepasst.

Welches Standesamt ist zuständig?

Um heiraten zu können, ist eine Anmeldung beim Standesamt erforderlich. Die Brautleute melden sich bei dem für sie zuständigen Amt an. Findet bis zur Hochzeit jedoch ein Umzug statt, ändern sich häufig die Zuständigkeiten. War zuvor das Standesamt in unmittelbarer Nähe der alten Wohnung zuständig, so muss nun herausgefunden werden, welches Standesamt am neuen Wohnort die Trauung vollzieht.

Hierfür ist es erforderlich, sich zunächst einen Überblick über alle verfügbaren Standesämter zu verschaffen. Wer beispielsweise in den Süden Deutschlands zieht, profitiert von einer Liste aller Standesämter in Bayern. So ist es möglich, das zuständige Amt zu kontaktieren und sicherzustellen, dass man seinen Wunschtermin für die Hochzeit auch tatsächlich bekommt. In einigen Fällen kann es passieren, dass bei zwei Ämtern Gebühren bezahlt werden müssen. Das ist insbesondere dann der Fall, wenn der Umzug sehr nah am Trauungstermin liegt.

Tipp: Um sicherzugehen, dass die Trauung reibungslos vollzogen werden kann, sollten Brautleute auf Nummer sicher gehen und die doppelten Gebühren in Kauf nehmen.

Das gemeinsame Auto ummelden

Kfz-Kennzeichen

Die Ummeldung des Autos gehört zu den Aufgaben nach einem Umzug. (pixabay.de © ThreeMilesPerHour CCO Public Domain)

Viele Brautleute haben schon vor der Trauung ein oder zwei eigene Autos. Einige entscheiden sich dann dafür, ein Auto wegzugeben, da eines für beide vollkommen ausreichend ist. Für andere ist es wichtig, beide Fahrzeuge zur Verfügung zu haben, um flexibel zu sein und beispielsweise zum Arbeitsort zu gelangen. Das ist insbesondere dann relevant, wenn man ins Umland einer Stadt zieht und die Wege bis zum Arbeitsort etwas länger sind.

Ob der Umzug in den Speckgürtel eines Ballungszentrums erfolgt oder die Brautleute ihrer Heimatstadt treu bleiben – in jedem Fall muss eine Ummeldung des vorhandenen Fahrzeugs erfolgen. Wenn der Umzug im selben Kreis oder in derselben Stadt erfolgt, genügt es, die Papiere umzuschreiben. Bei einem Umzug in eine andere Stadt muss hingegen eine komplette Ummeldung vorgenommen werden.

Wichtige Unterlagen bei der Ummeldung eines Autos:

  • Zulassungsbescheinigungen Teil I und II
  • Personalausweis oder Pass zur Identifikation
  • Nachweis von DEKRA, TÜV oder einer anderen Stelle für Hauptuntersuchungen
  • Prüfbescheinigung der Abgasuntersuchung
  • Unterlagen für die Kfz-Steuer
  • Gewerbeschein bei Geschäftsfahrzeugen

Bei Finanzamt vorstellig werden

Wenn ein Umzug stattfindet, ist in vielen Fällen ein neues Finanzamt für die Brautleute zuständig. Deswegen ist es wichtig, beim Finanzamt vorstellig zu werden und dieses über den Umzug zu informieren. Das gilt insbesondere für Selbständige. Diese verlegen häufig nämlich nicht allein ihre Privatwohnung bei dem Umzug, sondern auch ihr Geschäft.

Die Ummeldung geht mit einem Wechsel der Steuernummer einher. Das ist gerade für Freiberufler und Selbständige mit einigem bürokratischen Aufwand verbunden. So müssen beispielsweise sämtliche Rechnungen angepasst und mit der neuen Nummer versehen werden. Die Beantragung einer neuen Steuernummer kann etwas Zeit in Anspruch nehmen. Deswegen sollten die Brautleute frühzeitig alle notwendigen Unterlagen zusammensuchen, um Zeit und Aufwand bei der Ummeldung zu sparen.

Ggf. das Arbeitsamt nach einer Erlaubnis für den Umzug fragen

Wer Arbeitslosengeld bezieht, ist dazu verpflichtet, das Arbeitsamt über seinen aktuellen Wohnort in Kenntnis zu setzen. Die Bezieher des Arbeitslosengeldes müssen für das Amt immer erreichbar sein. Außerdem verändert sich durch den Wohnungswechsel häufig die Zuständigkeit des jeweiligen Amtes. Um dies prüfen zu können, muss das bisher zuständige Arbeitsamt über den Umzug informiert werden. Sollte ein neues Amt zuständig werden, lädt dieses die Betroffenen zu einem ersten Besuch ein.

Für den Umzug muss gelegentlich eine Erlaubnis eingeholt werden. So darf eine Wohnung beispielsweise die Kosten oder die Größe der beim Amt festgehaltenen Richtwerte nicht überschreiten. Außerdem ist es auch am neuen Wohnort erforderlich, sich um eine Arbeitsstelle zu bemühen und Nachweise zu erbringen, dass man sich auf Stellen beworben hat.

 

Achtung: Bei einem Umzug in eine gemeinsame Wohnung ist zu beachten, dass die Eheleute in Zukunft eine Bedarfsgemeinschaft bilden. Sollte einer der Eheleute genügend Geld verdienen, kann der Ehepartner hierdurch den bisher bestehenden Anspruch auf Arbeitslosengeld verlieren.

 

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