Sicherheit im Eigenheim – Gefahrenquellen ausschließen

Feuerwehreinsatz bei Hausbrand

200.000 Brände gefährden jedes Jahr Bewohner und Hauseigentümer

Jedes Jahr sterben rund 500 bis 600 Personen bei Hausbränden in den eigenen vier Wänden. Obwohl es zahlreiche Vorschriften und Regelungen gibt, kommt es immer wieder zu tragischen Vorfällen, die sich im Nachhinein als vermeidbar herausstellen. Im Dezember gehen zum Beispiel die Brandschäden durch den angestiegenen Gebrauch von Kerzen und Adventskränzen in die Höhe, weil Besitzer unvorsichtig mit der Situation umgehen.  Allerdings gibt es auch Bereiche, in denen selbst Vorsichtsmaßnahmen und Sicherheitsvorkehrungen nicht mehr helfen, denn die Probleme liegen entweder in der Gebäudestruktur oder bei höheren Gewalten.

Trotzdem ist es wichtig, sich je nach Region auf Schäden und Unwetter einzurichten und gegebenenfalls Versicherungsschutz zu suchen. Damit Sie Ihr Eigenheim so sicher wie möglich machen können, haben wir für Sie mögliche Gefahrenquellen zusammengefasst.

Brandschutz

Im Jahr 2013 meldeten Familien rund 11.000 Brände mit einem Versicherungsschaden von 32 Millionen Euro. Welche Vorsichtsmaßnahmen Sie für Ihr Eigenheim treffen können erfahren Sie im Folgenden.

1. Sicherheit der Stromkreise und Leitungsanlagen vor und nach dem Bau

Eine entscheidende Rolle für den Brandschutz nehmen Stromkreise und Leitungsanlagen in Wohngebäuden ein. Durch Kurzschlüsse, Kabelbrände oder Kabelbrüche können Schmorbrände oder Rauchentwicklung entstehen, die bei einer mangelhaften Verarbeitung sehr spät zu entdecken sind. DIN-Normen regeln die Handhabung und Sicherheitsvorschriften, die für die Installation und den Betrieb von elektrischen Anlagen gelten. So muss zum Beispiel für jede elektrische Anlage eine Dokumentation vorliegen und Leitungsanlagen müssen gegen Einflüsse aus Umwelt und Umgebung ausreichend geschützt sein, wie Funken, Schweiß oder brennbare Stoffe. Sie sollten darüber hinaus nicht in der Nähe von leicht entzündlichen Stoffen sein. Kabel oder Leitungen durch Wände oder Decken zu führen, erfordert Brandschutzmassen oder Stoffe, die eine Schmelztemperatur von 1000 Grad Celsius vorweisen können.

Wichtigster Aspekt bei der Verlegung von Stromkreisen und Leitungsanlagen ist es, die mögliche Verbreitung von Feuer oder Rauch über die Brandabschnitte hinaus zu verhindern. Zum Beispiel muss der Rettungsweg im Brandfall breit genug und die Leitungen sollten dementsprechend in Fluren und Ausgängen gelegt sein. Die DIN-Normen geben die grundlegenden Richtlinien für den Einbau von Kabelsystemen und Schutzschaltern vor. So müssen zum Beispiel bei einer Wohnfläche von 50m2 mindestens drei Stromkreise vorhanden sein, während bei einer Fläche von über 125m2 mindestens sieben vorgesehen sind.

Wohnfläche der Wohnung in m2 Mindest-Anzahl der Stromkreise für Steckdosen und Beleuchtung
bis 50 3
über 50 bis 75 4
über 75 bis 100 5
über 100 bis 125 6
über 125 7

Quelle: http://www.hager.de/

2. Rauchwarnmelder und Feuerlöscher – Vorschriften und Modelle

Rauchmelder für mehr Sicherheit im Eigenheim

Noch sind Rauchmelder nicht überall verpflichtend

Bis auf Berlin, Brandenburg und Sachsen besteht in allen Bundesländern in Deutschland die Rauchmelderpflicht, die besagt, dass Schlafräume, Kinderzimmer und Flure als Rettungswege einen Rauchmelder besitzen müssen. Da das Baurecht in Deutschland durch die Bundesländer geregelt ist, gibt es unterschiedliche Fristen, bis zu welchem Zeitpunkt alle Wohnungen und Wohnräume einen Feuermelder vorweisen müssen.

Bundesland Einführung Ende der Nachrüstungspflicht
Baden-Württemberg 11.07.2013 01.01.2015
Bayern 25.09.2012 31.12.2017
Bremen 22.12.2009 31.12.2015
Hamburg 07.12.2005 31.12.2010
Hessen 24.06.2005 31.12.2014
Mecklenburg-Vorpommern 18.04.2006 31.12.2009
Niedersachsen 20.03.2012 31.12.2015
Nordrhein-Westfalen 01.04.2013 01.01.2017
Rheinland-Pfalz 22.12.2003 12.07.2012
Saarland 18.02.2004 keine
Sachsen-Anhalt 21.12.2009 31.12.2015
Schleswig-Holstein 01.01.2005 31.12.2010
Thüringen 05.01.2008 31.12.2018

Quelle: http://rauchmelderpflicht.net/

Der Eigentümer ist zu einer Aufsicht verpflichtet und übernimmt in der Regel auch die Verantwortung von Wartung und fachgerechter Montage. Mindestanforderungen an den Rauchmelder sind:

  • Alarmton bei 85dB/3m
  • Funktionsüberprüfung per Testknopf
  • Einlassöffnung nicht größer als 1,3 Millimeter
  • Warnsignal mindestens 30 Tage vor Ende der Batterielebensdauer

Für den Besitz von Feuerlöschern gibt es in Privathaushalten oder PKW in Deutschland keine Verpflichtung. Gesetzlich verbindlich ist dies für öffentliche Gebäude und Arbeitsstätten. Das Gesetz richtet sich nach unterschiedlichen Brandklassen, die entsprechende Größen von Löschmitteleinheiten vorsehen, wie zum Beispiel die Brandklasse A, welche Brände von festen Stoffen wie Holz, Papier, Stroh oder Textilien beinhaltet. Außerdem ermitteln Betriebe, ob sie eine normale oder eine erhöhte Brandgefährdung besitzen, beispielsweise bei Lagerstätten, Krankenhäusern und Kinos oder handwerkliche und industrielle Betriebe. Die Instandhaltung und Überprüfung ist alle zwei Jahre von einem Sachkundigen durchzuführen. Der Ablauf einer dieser Prüfungen ist auf folgender Seite zu finden.

3. Brandfeste Materialien und Brandschutztüren

Für die Sicherheit im Eigenheim sind feuerfeste Baustoffe und Materialien zwingend erforderlich und besonders bei Dämmungsstoffen und Grundmaterialien sollten Hausbauer auf den Brandschutz achten. Im Prinzip sind dies Materialien, die einen Kegelfallpunkt von 1500 Grad Celsius besitzen. Dabei gibt es aktuelle Studien, die vor allem Polystyrol eine zu hohe Brennbarkeit nachweisen und trotz Brandriegeln aus Steinwolle oder ähnlichem Material großflächige Brände entfachen können. Dazu kommen giftige Rauchgase des Materials durch integrierte Flammschutzmittel. Keramikfasern, Mineralwolle, Polyurethan oder Schaumglas gelten hingegen als feuerfest. Polyurethan ist allerdings sehr ressourcenintensiv und formstabil, so dass nicht überall Dämmungen möglich sind. Steinwolle besitzt eine gute Dämmeigenschaft und ist resistent gegenüber Schimmel und Ungeziefer. Es hat allerdings ein hohes Eigengewicht und benötigt viel Energie bei der Herstellung. Brandschutztüren sollen die Ausbreitung des Feuers verhindern und sind vor allem in Fluren, Treppen und Brandwänden erforderlich. Es gibt dabei meist mehrere Unterteilungen:

T-30:           30 Minuten feuerhemmend

T-60:           60 Minuten hochfeuerhemmend

T-90:           90 Minuten feuerbeständig

bis T-180     180 Minuten höchstfeuerbeständig

Je nach Nutzung des Gebäudes und den Anforderungen an die Wand sind diese Feuerwiderstandsklassen einzuhalten. Allerdings ist eine Brandschutztür nicht zwingend rauchdicht, dies ist zu erkennen an der Rauchschutzfunktion RS. Rauchdichte verhindert das Durchkommen von Rauch bis zu 200 Grad Celsius. Für Garagen oder Heizräume sind Brandschutztüren bereits baurechtlich vorgesehen. Im Falle eines Feuers sollten sich Betroffene an einige Regeln halten, wie das Verschließen der Brandschutztüren oder das Freihalten der Fluchtwege. Wichtige Hinweise zum Brandschutzverhalten gibt es unter diesem Eintrag.

4. Vernetzter Brandschutz durch Funktechnik und Smart Homes

Rauchmelder können nicht nur lautstarke Signale an die Hausbewohner abgeben, einige sind mit einem Warnsystem vernetzt, das weitere Sicherheits- und Schutzmaßnahmen durchführt. So können über eine externe Steuerung zum Beispiel die Rollläden heruntergefahren werden, was die Ausbreitung des Feuers oder Rauches verzögern kann. In Smart Homes sind viele Komponenten über eine zentrale Funksteuerung miteinander verbunden, wie die Regulierung von Temperatur, Alarmanlage, Steckdosen oder die Beleuchtung. Durch die Vernetzung kann zum Beispiel ein Warnsignal auf das Smartphone erfolgen, das schlafende Personen durch Vibration auf die Gefahr aufmerksam macht. Einige Rauchmelder besitzen photoelektrische Sensoren, um die Rauchentwicklung noch genauer erkennen zu können. Andere sind über Funkkontakt miteinander verbunden und können die Warnsignale von entfernten Räumen in jeden Raum übertragen.

Schutz vor Wasserschäden

1. Systeme beim Bau: Bodensenken, Aufkantungen, Barrieresysteme

Nahezu jeder dritte Deutsche hatte in seinem Haushalt bereits einen Wasserschaden mit hohen Reparatur- und Ersatzkosten. Auslöser sind Rohrbrüche, defekte Waschmaschinen oder Hochwasser. Dabei gibt es mittlerweile viele Möglichkeiten, das eigene Haus vor eindringenden Wassermassen zu schützen. Bodensenken sind an entsprechenden Eingängen und Türen anzubringen, die große Wassermengen aufnehmen und in den Boden versickern lassen können. Eine weitere Möglichkeit ist es, Hauseingänge über Treppen oder Rampen zu erhöhen und Kellerlichtschächte abzudichten oder ebenfalls zu erhöhen. Diese Aufkantungen verhindern, dass über die Kellerfenster Wasser eindringt, da in der Sohle der Schächte eine Öffnung für den Ablauf des Wassers vorhanden ist. Bei plötzlichen Regenschauern können Hausbesitzer mit mobilen Elementen wie Barrieren aus Aluminium einen Schutzwall vor Garageneinfahrten oder anderen von Regenfluten bedrohten Bereichen aufbauen. Hochwasserschutz.de beschäftigt sich unter anderem mit mobilen Schutzeinheiten, die Platz sparen können und gleichzeitig hoch effektiv sind, vor allem für barrierefreie Haushalte oder schwer zugängliche Orte.

2. Rückstausicherung und Kellersanierung

Eine Rückstausicherung verhindert einen Stau von Abwasser des angeschlossenen Kanalsystems. Darunter fallen zum Beispiel die Leitungen von Waschmaschinen, Duschen oder Waschbecken. Fällt starker Regen, könnte ohne die Sicherung das Wasser durch die Hausleitungen auf Straßenniveau ansteigen und tieferliegende Ebenen wie den Keller überfluten. Dafür können Hausbesitzer den Rückstau zum Beispiel vor dem Haus abfangen, mit Hilfe von einem Rückstauschacht, der auch nachträglich installiert sein kann. Eine weitere Möglichkeit sind Rückstauklappen, die in Kombination mit Bodenschwenken und Bodenabläufen vor Überschwemmung schützen können.

Keller sollten vor Feuchtigkeit geschützt sein, die durch Wände und Boden gelangen kann. Die Sanierungsmöglichkeiten sehen Bitumen-Beschichtungen oder wasserundurchlässigen Beton vor. Experten empfehlen bei Grundstücken ohne Grundwassergefährdung Bitumenmaterial, da kein Transport von Feuchtigkeit von außen nach innen möglich ist. Betonwände sind aufwändig zu verarbeiten und benötigen ein zuverlässiges Lüftungssystem.

3. Dränanlage und externe Systeme

Die Dränung sorgt für Entwässerung des Bodens und ist unter DIN 4095 erfasst. Die Anlage soll das Entstehen von drückendem Wasser gegen Bauanlagen und ein Aufschlämmen von Bodenteilen unterbinden. Viele Fachleute bemängeln die Qualität von Dränanlagen, die durch Alter, Bauschäden oder Wasserschäden anfällig werden können. Hilfreich ist die Analyse der Lastfälle, um die erforderliche Stärke der Anlage zu berechnen. Weitere Informationen zu den unterschiedlichen Bauweisen finden sich in diesem Bericht der Fachhochschule Nordhausen, die sich mit den Langzeitfolgen der Dränagen an Bauwerken beschäftigt. So wirken sich die biologischen und chemischen Einflüsse durch Pflanzen, Kalk oder Eisen negativ auf die Haltbarkeit aus, da Wurzeln den Querschnitt des Dränrohres verringern könnten und Kalkablagerungen oder Eisenablagerungen das System belasten. In Nähe der Anlage sollten nur Stauden und Sträucher mit flachen Wurzeln stehen, während Bäume einen Abstand von mindestens sechs Meter zum Gebäude besitzen sollten. Eine Alternative sind externe Abdichtungen am Gebäude.

4. Elektronische Frühwarnsysteme

undichtes Fallrohr einer Dachrinne

Wasserschäden können von unterschiedlichen Quellen herrühren

Nicht nur für Brände, auch für Feuchtigkeit und Hochwasser gibt es elektronische Helfer. Ein Funk-Wassermelder besitzt Elektroden, die ausgetretene Flüssigkeit in der Umgebung wahrnehmen und zwischen Feuchte von Wasserdampf und tatsächlichem Wasserschaden unterscheiden können. Sie alarmieren die Hausbesitzer über Funksysteme per Mail, SMS oder Alarmsignal, so dass diese rechtzeitig reagieren können. Der Sensor ist meist in Keller, Wasch- oder Technikräumen eingesetzt und wer die Funksysteme mit installierten Pumpen und Steckdosen verbindet, kann automatische Reaktionen wie das Abschalten des Stroms oder den Start der Pumpen extern veranlassen. In Hochwassergebieten arbeiten Forscher an Frühwarnsystemen, welche die Pegelstände der heimischen Flüsse und Seen berechnen sollen.

5. Versicherungen und Kostenübernahme

Die Hausratversicherung übernimmt die entstandenen Kosten für Schäden durch die Leitungen des Hauses. Dazu muss der Versicherungsnehmer allerdings Schadensbegrenzung betreiben, das Einlaufen des Wassers zügig stoppen und den Versicherer sofort informieren. Vor der kostspieligen Trocknung ist eine Überprüfung auf Schimmel vorzunehmen. Allerdings gibt es viele abweichende Vertragsbedingungen und bei fahrlässiger Handhabung greift im Zweifel die Privathaftpflicht. Die Gebäudeversicherung ist zuständig für Schäden durch Leitungswasser und Unwetter, nicht jedoch für Hochwasserschäden. Dafür ist eine zusätzliche Elementarschadenversicherung notwendig.

 

Unwetterschutz

1. Dachziegel, Dachsteine und Gartenanlage

Bei starken Regenfällen, Hagel oder Sturm können große Schäden an Gebäuden und Garten entstehen. Wichtig ist es, die Dachziegel und Dachsteine regelmäßig zu überprüfen, denn die Witterungen können einige gelockert oder beschädigt haben, so dass sie beim nächsten Windstoß herunter fallen könnten. Sturmklammern sind eine gute Maßnahme, die Ziegel vor starkem Wind zu schützen. Undichte Dacheindeckungen und beschädigte Stellen sollten Hausbesitzer zügig reparieren, da die Feuchtigkeit sonst sehr schnell einziehen kann.

Bei Sturmböen und Orkanen können Gartenanlagen in wenigen Minuten zerstört sein, vor allem Bäume, Pflanzen und Zäune. Hausbesitzer sollten Bäume auf Pilzbefall und Alter kontrollieren, denn bei Sturmschäden könnte eine Verletzung der Verkehrssicherheit auftreten. Versichert ist der Garten meist über die Gebäudeversicherung, wenn Objekte wie Gartenhäuser oder Gewächsanlagen darin integriert sind.

2. Schutz gegen Hagel

Hagel richtet regelmäßig große Schäden bei Gebäuden und Fahrzeugen an. Manche Körner zerschlagen Fenster, Dächer oder zerstören Teile der Fassade. Experten betonen jedoch, dass es kaum eine Möglichkeit gibt, Dacheindeckungen hagelsicher zu gestalten. Wichtiger ist es, eine gute Gebäudeversicherung zu besitzen, denn diese kommt bei Hagelschäden in jedem Fall auf. Kleine Hilfestellungen bieten Schutzgitter über Oberlichter oder verstärkte Kunststoffe, die zumindest einen Teil der Schäden abwenden können. Für Autos kann eine Hagelschutzplane bereits einigen Lackschäden vorbeugen.

3. Blitzschutzanlagen und Schutz vor Erdrutsch

Blitzeinschlag

Zwischen einer bis zwei Millionen Blitzeinschläge gibt es in Deutschland jährlich

Blitzschutzanlagen sind dort sinnvoll, wo statistisch gesehen viele Blitzeinschläge vorkommen. Die Landesbauordnungen geben an, wo Schutzanlagen verpflichtend sind. Einfluss darauf hat die Lage an Hügeln oder Bergen oder die Höhe des Gebäudes. Leicht brennbare Dachdeckungen fallen ebenfalls unter diese Kategorie. Der Blitzschutz im Haus erfolgt über einen Überspannungsschutz, der die elektrischen Geräte schützt. Der äußere Blitzschutz besitzt einen Leiter aus Kupfer oder verzinktem Stahl und eine Erdung, welche den Blitz ableitet. Diese sind jedoch mit hohen Kosten verbunden und sollten nur angebracht werden, wenn sie zwingend notwendig sind. Weitere Tipps gibt es in diesem Video.

Bei Erdrutschgefahr gibt es wenige Möglichkeiten, den Boden zu stabilisieren. Forscher setzen darauf, durch Bodenanalysen gefährdete Gebiete von dem Bau von Wohnhäusern und anderen Gebäuden auszuschließen. Alternativen sind Schutzmauern, Entwässerungsanlagen oder Aufforstungen, die in der Hand der jeweiligen Gemeinden und Städten liegen.

4. Zusätzliche Versicherungen

Bei Unwetter greift nicht immer die Gebäude- oder Hausratversicherung. Diese sind bei Brand, direktem Blitzeinschlag, Leitungswasser und Hagel anwendbar. Nicht alle Hausratversicherungen übernehmen Überspannungsschäden und besonders bei älteren Versicherungen sollten Hausbesitzer die jeweiligen Abschnitte überprüfen. Eine Elementarschadensversicherung können Sie zusätzlich abschließen. Diese übernimmt Schäden bei:

  • Starkregen, Überschwemmung, Rückstau
  • Hochwasser
  • Lawinen, Erdrutsch
  • Erdsenkung
  • Schneedruck
  • Erdbeben
  • Vulkanausbruch

Diese Versicherung übernimmt alle Kosten von Trockenlegung und Sanierung bis zur Konstruktion eines gleichwertigen Hauses sowie Mietausfälle und alternative Mietunterkünfte. Zusätzliche Gebäude wie Swimmingpool oder Gartenanlagen fallen nicht immer unter den Versicherungsschutz und benötigen einen Zusatz im Vertrag.

 

Schutz in den eigenen vier Wänden

Verbundene Hand

Unfälle im Haushalt fordern über 8000 Todesopfer

Die meisten Unfälle geschehen im Haushalt und in der Freizeit. 2,80 Millionen Unfälle gab es im Hausbereich und 3,10 Millionen in der Freizeit (Unfallstatistik 2012). Deshalb ist es besonders ratsam, im eigenen Haushalt auf Gefahrenquellen zu achten und sie auszuschließen.

1. Herd- und Ofenschutz

Eine einfache Lösung zum Schutz von kleinen Kindern oder Haustieren ist es, einen Herdschutz vor die Herdplatten zu montieren. Die Herdschutzgitter verhindern, dass Kinder Töpfe oder Pfannen herunterziehen und sich verbrühen könnten. Sicherheitsdrehknöpfe sind kindersicher und druckverstärkt, so dass nur Erwachsene diese bedienen können oder bei Unachtsamkeit am Herd keine Herdplatte zusätzlich anschalten. Für den Ofen gibt es Klemmen und Schutzgitter oder Glasplatten, die vor Funken und Hitze schützen. Moderne Kochfelder aus Ceran bieten Zeitschaltuhren an, welche die Platten nach Ablauf ausschalten und leuchtende Signale informieren die Köche, ob die Platte noch heiß oder angeschaltet ist.

2. Heizungs – und Gasschäden: Prävention durch Kohlenmonoxid-Warnmelder und Wartung

Die Gefahr einer Vergiftung besteht nicht nur bei Bränden im Gebäude. Es gibt vermehrt Berichte über Kohlenmonoxid-Vergiftungen von Personen, die zum Beispiel einen Grill in der Nähe des Hauses genutzt haben, so dass die giftigen Dämpfe bis in das Haus ziehen konnten. Deshalb sollten Familien niemals im Haus grillen oder die Fenster geöffnet halten. Defekte Brenner in Ölheizungen können ähnliche Effekte haben, denn die Gefahr besteht vor allem darin, dass Kohlenmonoxid geruchlos und farblos ist und keine Reize auslöst. Doch es reichert sich in der Lunge an und reduziert den Sauerstoffgehalt im Blut. Der Warnmelder zeigt den Zustand des Gebäudes an und misst die Konzentration des giftigen Stoffes. Das Gerät funktioniert ähnlich wie ein Rauchmelder und besitzt eine Lebensdauer von fünf bis zehn Jahren. Vorsicht ist bei Kaminen, Öfen, Grills und Gasthermen geboten.

3. Kindersicherungen

Sicherheit im Eigenheim – Kinderschutz an der Steckdose

Viele Kindersicherungen sind leicht anzubringen oder zu installieren

Neben dem Herd- und Ofenschutz gehören Steckdosenschutze zu den wichtigsten Vorkehrungen, um Kinder vor Unfällen zu bewahren. Die Steck-, Schraub- oder Klebvarianten sind einfach zu montieren. Alternativen sind einsetzbare Schutzklappen, die jederzeit im Urlaub, bei Verwandten oder Freunden zum Einsatz kommen können. Waschmaschinen und Trockner besitzen oft Kindersicherungen, die mit bestimmten Tastenkombinationen oder Einstellungen das Verändern des Programms oder das Öffnen der Türen verhindern. Viele Nachttischlampen für Kinder sind im Niedrigvoltbereich von maximal 24 Volt angesetzt, um beim Forscherdrang keine Schäden zu erleiden.

4. Alarmanlagen und Einbruchsschutz

In ganz Deutschland zählt die Polizei jährlich über 150.000 Einbrüche, mit einer hohen Dunkelziffer. Den besten Schutz bieten dabei Alarmanlagen, die zwischen Einbruchmeldungen und Gefahrenwarnanlagen zu unterscheiden sind. Beim Einbruch gibt das Gerät lautstarke Signale ab und sendet gleichzeitig einen Alarm an den beauftragten Sicherheitsdienst. Gefahrenwarnanlagen sind für sämtliche Gefahren von Einbruch bis Rauchentwicklung oder Wasseraustritt zuständig und entsprechend kostenintensiver. Wer ohne Alarmanlage ist, sollte stets Fenster und Türen geschlossen halten und die Haustüren immer abschließen. Schutzmaßnamen sind zum Beispiel:

  • Einsteckschlösser
  • Schutzbeschlag für Türen
  • Schließzylinder mit Sicherungskarte
  • Scharnierseitenschutz und Zusatzschloss bei Fenstern
  • Verankerter Gitterrost für Kellerlichtschächte
  • Querriegel- und Sperrbügelschlösser

Fazit

Für den Rundumschutz gibt es keine 100prozentige Garantie. Doch mit guter Vorbereitung und vernünftigen Absicherungen können die Schäden deutlich geringer ausfallen. Hilfreich ist es, viele Elemente der Sicherheit zu kombinieren, wie funkgesteuerte Rauch- oder Wassermelder und Alarmanlagen. Viele Fachleute empfehlen, vor dem Bau an den Schutz und die zukünftige Sicherheit im Eigenheim zu denken, denn nachträgliche bauliche Änderungen können oft eine teure Angelegenheit werden, vor allem, wenn es um Veränderungen am Bau geht.

 

Bilder: (1) Pixabay.com © beeki (CC0 1.0), (2) Wikimedia.commons.org © Tumi-1983 (CC BY-SA 3.0), (3) Wikimedia.commons.org © Dr. Bernd Gross (CC BY-SA 3.0), (4) Wikimedia.commons.org © Nino Barbieri (CC BY-SA 2.5), (5) Pixabay.com © panici (CC0 1.0), (6) Fotolia.com © spinetta, (7) Fotolia.com © spinetta

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