Wasserschaden in der Mietwohnung – was tun?

Ein tropfender Wasserhahn verursacht keinen Wasserschaden

Ein Wasserschaden ist immer ein großes Ärgernis

Es kann jeden Mieter treffen: ein Wasserschaden durch Rohrbruch, Regen oder ein undichtes Aquarium.In diesen Momenten sind ein kühler Kopf und die richtige Reaktion gefragt. Wie ist die Haftung geregelt? Wohin müssen Sie sich wenden? Welche Versicherung kommt für Schäden auf? Wie läuft die Renovierung ab und was ist zu tun, damit keine langfristigen Probleme wie Schimmel entstehen? Dieser Artikel liefert sämtliche Antworten und erklärt, was im Ernstfall zu tun ist.

Wasserrohrbruch: das richtige Verhalten im Fall der Fälle

Ein Wasserschaden wird häufig erst spät entdeckt. Sind Sie jedoch mitten im Geschehen, bemerken Sie also einen Wasseraustritt bzw. -eintritt in ihren eigenen vier Wänden, gilt es, möglichst schnell und besonnen zu handeln. Die wichtigste Maßnahme ist es, die Hauptsicherung auszuschalten, sofern dies nicht ohnehin schon automatisch passiert ist.

Achtung: Tun Sie das nur, wenn Sie dabei nicht mit dem Wasser in Kontakt stehen!

Handelt es sich um einen Rohrbruch, gibt es zwei verschiedene Varianten. Ist es sauberes Frischwasser, schließen Sie zunächst den ursächlichen Absperrhahn oder den Haupthahn des Hauses. Absperrhähne befinden sich beispielsweise vor nahezu allen Armaturen sowie Wasch- und Spülmaschinen. Ist das Wasser jedoch verunreinigt oder übel riechend, stammt es vermutlich aus einer undichten Abwasserleitung. In diesem Fall sollten Sie zunächst die Entstehung von weiterem Abwasser, wie es durch Duschen oder die Toilettenspülung entsteht, vermeiden. Liegt der vermutete Schaden in den Stockwerken über Ihnen, informieren Sie die Bewohner entsprechend.

In schwerwiegende Fällen, wenn Sie beispielsweise den Wassermengen nicht mehr Herr werden können, rufen Sie die Feuerwehr. Versuchen Sie andernfalls selbst, das Wasser schnellstmöglich zu beseitigen, um den Schaden einzudämmen.

Wohin wende ich mich im zweiten Schritt?

Benachrichtigen Sie nach den Rohrbruch-Erstmaßnahmen in jedem Fall den Vermieter. Nur er hat die Berechtigung dazu, weitere Maßnahmen zu veranlassen, wie beispielsweise eine Reparatur in Auftrag zu geben. Verfügen Sie über eine Hausratversicherung, melden Sie entstandene Schäden an Einrichtungsgegenständen dort ebenfalls unverzüglich. Die Versicherung wird Sie über das weitere Vorgehen informieren und ggf. einen Gutachter entsenden. Beschädigungen an Wänden, Böden oder angrenzenden Gebäuden sind hingegen in der Regel über die Gebäudeversicherung abgedeckt und Sache des Vermieters. Er ist außerdem für eine umgehende Renovierung bzw. Wasserschadensanierung verantwortlich.

Wer haftet bei selbst verursachten Wasserschäden?

Nicht jeder Wasserschaden ist auf Materialermüdung zurückzuführen, sondern kann auch selbst verursacht werden. Nur ein Beispiel hierfür ist eine falsch angeschlossene Geschirrspülmaschine.

Grundsätzlich gilt: Ist hierdurch Dritten (z. B. Nachbarn) ein Schaden entstanden, haftet hierfür Ihre Privathaftpflicht-Versicherung. Für Schäden an Ihrem eigenen Mobiliar oder anderen beweglichen Dingen kommt auch hier Ihre Hausratversicherung auf. Dies gilt jedoch meist nicht bei Wasserschäden durch Reinigungswasser, Kanalisationsrückstau, Hochgrundwasser und Wasser aus einem Aquarium und Wasserbett! Daraus folgt: Haben Sie ein Aquarium, Wasserbett oder sonstige risikoreiche Einrichtungsgegenstände, prüfen Sie in jedem Fall den Leistungsumfang Ihrer Hausratversicherung.

Wer zahlt Wasserschäden durch Regen?

Bei Starkregen kann ein Wasserschaden entstehen

Auch starker Regen kann einen Wasserschaden verursachen

Entstehen in einer Mietwohnung Wasserschäden durch Regen, so ist es Sache des Vermieters, für eine Renovierung feuchter Decken, Wände, Tapeten oder Bodenbeläge zu sorgen. Schäden an der Einrichtung werden Sie leider in aller Regel selbst tragen müssen. Der Grund: Wohngebäude- und Hausratversicherungen kommen für Überschwemmungsschäden meist nicht auf. Schadenersatzansprüche gegenüber dem Vermieter kommen nur dann in Betracht, wenn ihn ein Verschulden an dem Ereignis trifft.

Kann ich bei einem Wasserschaden die Miete mindern?

Generell ist eine Mietminderung aufgrund von Wasserschäden zulässig, sofern die Wohnung nicht oder nur teilweise bewohnbar ist. Dies hängt im Übrigen nicht davon ab, ob der Vermieter für den Schaden verantwortlich ist oder nicht. Auch die Wasserschadensanierung und damit einhergehender Baulärm werden allgemein als Mängel an der Mietsache betrachtet. Die Höhe der Mietminderung richtet sich nach dem Schadensausmaß bzw. der Nutzungsbeeinträchtigung. Erst, wenn sämtliche Mängel behoben sind, wird wieder die volle Miethöhe fällig.

Achtung: Ihr Recht zur Mietminderung gilt nicht, wenn Sie den Schaden verspätet beim Vermieter anzeigen oder ihn selbst verursacht haben.

Was passiert, wenn die Wohnung für einige Zeit unbewohnbar ist?

Ist Ihre Mietwohnung durch einen Wasserschaden unbewohnbar, müssen Sie sich eine alternative Unterkunft wie eine Ersatzwohnung oder ein Hotel suchen. Doch wer trägt in diesem Fall die Kosten? Eine allgemeingültige Antwort auf diese Frage existiert leider nicht. Klar ist, dass die Mietminderungsquote bei Unbewohnbarkeit bis zu 100 Prozent betragen kann. Ob zusätzliche Kosten zulasten des Vermieters geltend gemacht werden können, hängt vom Einzelfall ab. Im Zweifel sollten Sie daher einen Anwalt konsultieren.

Kann man einem Wasserschaden auch vorbeugen?

Ebenso vielfältig wie die Ursachen für Wasserschäden können mögliche Vorbeugungsmaßnahmen sein. Was das Leitungswasser betrifft, machen Sie sich am besten bereits vor einem etwaigen Ernstfall ein Bild darüber, wo sich Absperrhähne und Haupthahn des Hauses befinden. Dies verkürzt zumindest Ihre Reaktionszeit. Es gibt zudem Hinweise, die auf kleinere Leckagen hindeuten können. Werfen Sie einen Blick auf Ihren Wasserzähler. Bewegt er sich, ohne dass in der Wohnung irgendwo das Wasser läuft? Oder fällt der Wasserdruck Stück für Stück ab? Derartige Sachverhalte können auf undichte Stellen an Trinkwasserleitungen hinweisen. Tropft hingegen Wasser aus der Decke oder Bilden sich Wasserflecken an den Wänden, ist es in aller Regel bereits zu spät.

Etliche Wasserschäden entstehen daneben auch durch defekte oder falsch angeschlossene Geräte. Lassen Sie daher beispielsweise eine Waschmaschine nicht über längere Zeit unbeaufsichtigt laufen. Verwenden Sie außerdem sogenannte Aqua-Stop-Ventile. Diese Sorgen dafür, dass der Wasserdurchfluss automatisch unterbrochen wird, sofern sich ein Schlauch löst.

Wie kann ich Schimmel nach einem Rohrbruch vorbeugen?

Feuchte Wände, Decken und Böden nach einem Rohrbruch sind nicht nur ärgerlich, sondern führen zur Schimmelbildung, wenn keine Gegenmaßnahmen ergriffen werden. Eine zu hohe Feuchtigkeit kann durch einen längeren Einsatz von Bautrocknern oder Luftentfeuchtern beseitigt werden – jedoch nur, wenn das Wasser noch nicht zu tief in die Bausubstanz eingedrungen ist. Die Kosten für den Bautrockner übernimmt meist die Gebäudeversicherung des Vermieters. Wurde der Schaden beispielsweise durch einen Nachbarn verursacht, so gehen die Miet- und Stromkosten für Trocknungsgeräte im Normalfall zulasten seiner Haftpflichtversicherung.

Falls es doch zur Schimmelbildung kommen sollte, erfahren Sie in einem anderen Artikel, wann der Vermieter bei Schimmelbefall handeln muss.

Haben Sie noch eine Frage zum Thema Wasserschaden? Hinterlassen Sie uns gerne einen Kommentar!

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