Wohnung suchen: So finden Sie eine günstige Mietwohnung!

Wohnungssuche in Großstädten ist schwierig - Ansicht einer Großstadt

In dicht besiedelten Wohnräumen ist die Wohnungssuche besonders mühsam; daher ist es wichtig, den Markt zu beobachten.

Sie müssen umziehen oder wünschen sich einfach einen neuen, besseren Wohnsitz? Dann kommen zahlreiche Herausforderungen auf Sie zu.

Nun möchten Sie eine Wohnung finden, die Ihren Erwartungen entspricht, gleichzeitig jedoch das Budget nicht überstrapaziert? Dies ist insbesondere in Städten mit angespannter Wohnungssituation nicht einfach. Ist dann das passende Objekt gefunden, sind einige weitere Faktoren zu beachten, um später keine unliebsamen Überraschungen zu erleben. Dieser Artikel verdeutlicht, wie Sie eine günstige Wohnung finden und welche Faktoren in Ihre Überlegungen einfließen sollten.

Wohnung gesucht? Analysieren Sie zunächst Ihre Rahmenbedingungen!

Tür lackieren, statt neue Wohnung suchen.

Kleine Änderungen schaffen schnell ein angenehmes Raumklima. Bevor Sie umziehen, können Sie es mit Verschönerungen versuchen.

Wenn Sie eine Wohnung suchen, benötigen Sie vor allen Dingen eines: Zeit. Sind Sie also in der Situation, in naher Zukunft zwingend umziehen zu müssen, ist das nicht die beste Ausgangslage. Doch viele Menschen müssen unter Zeitdruck eine Wohnung finden, weil beispielsweise der Vermieter gekündigt hat, ein Jobwechsel bevorsteht oder Ihre aktuelle Wohnsituation wegen Mängeln nicht länger tragbar ist.

Suchen Sie hingegen eine neue Mietwohnung, weil Sie schlicht schöner wohnen möchten oder einen Tapetenwechsel brauchen, stellen sich die Umstände anders dar. Unter diesen Voraussetzungen haben Sie die Möglichkeit, den Markt in Ruhe zu beobachten und abzuwarten, bis sich die optimale Lösung zeigt.

Gerade in Regionen, in denen Wohnungen knapp und teuer sind, ist eine gezielte Vorbereitung bereits die halbe Miete. Insbesondere, wenn Sie aktuell günstig wohnen, sollten Sie zunächst überlegen, ob ein Umzug wirklich notwendig ist. Möglicherweise können einige Verschönerungen oder Modernisierungen dafür sorgen, dass Sie sich am aktuellen Wohnsitz länger wohlfühlen. Sprechen Sie in diesem Fall mit dem Vermieter über Maßnahmen, die er sich vorstellen könnte und in welchem Rahmen er sich an den Investitionen beteiligt.

Bedenken Sie auch, dass ein Umzug stets mit Kosten und Zeitaufwand verbunden ist. Selbst, wenn Sie eine neue Wohnung günstig mieten können, müssen Sie zunächst Umzugskosten in Kauf nehmen. Sie müssen beispielsweise eine Kaution aufbringen und meist auch neue Möbel anschaffen. Hinzu kommen diverse Amtsgänge. Darüber hinaus sind mehrere Stellen über die Adressänderung zu informieren.

Die eigenen Erwartungen klar definieren

Bevor Sie sich auf die Wohnungssuche begeben, sollten Sie sich im Klaren darüber sein, was genau Sie haben möchten.

Die folgenden Fragestellungen können Sie dabei unterstützen:

  • Möchten Sie zentral oder ruhig wohnen?
  • Wie groß sollte die neue Mietwohnung mindestens sein?
  • Wie viele Zimmer benötigen Sie?
  • Soll die Wohnung Balkon, Terrasse oder Garten haben?
  • Möchten Sie ein Tageslichtbad haben?
  • Welche Entfernung zum Arbeitsplatz können oder möchten Sie maximal in Kauf nehmen?
  • Soll die Wohnung (teil-)möbliert sein?
  • Und natürlich: Was darf die Mietwohnung insgesamt monatlich kosten?

Was die Kosten betrifft, so sollten Sie möglichst nicht mehr als 30 Prozent Ihres Haushaltsnettoeinkommens für die Kaltmiete ausgeben. Insbesondere bei einem kleinen Einkommen bleibt sonst nicht mehr genügend Budget für den Alltag übrig.

Klären Sie auch, welche Abstriche Sie notfalls machen würden. Insbesondere in Gegenden mit Wohnungsmangel werden Sie kaum ein Objekt finden, das sämtliche Wunschkriterien erfüllt.

Wann ist die beste Zeit für die Wohnungssuche?

Strandbild - Erfolgsquote für die Wohnungssuche ist höher

Die Sommerferien bilden die beste Zeit für die Suche nach einer günstigen Wohnung.

Es gibt bestimmte Zeiträume, in denen es einfacher ist, eine günstige Wohnung zu finden. Beispielsweise ist der Andrang während der Sommerferien geringer. Auch die Monate November und Dezember sind besonders empfehlenswert. Hier richten viele Menschen Ihren Blick eher Richtung Weihnachten und auf die hierfür geplanten Ausgaben. Im Januar steigt die Zahl der Wohnungssuchenden hingegen wieder. Dies hängt einerseits mit neuen Vorsätzen, andererseits auch mit überproportional vielen Trennungen an den Feiertagen zusammen. Das Interesse bleibt dann grundsätzlich bis zu den Sommerferien relativ hoch. Insbesondere Wohnungen mit Balkon, Garten oder Terrasse sind im Frühjahr beliebt.

Wohnung finden: Welche Kanäle sollten Sie nutzen?

Suchende haben verschiedenste Möglichkeiten, eine passende Wohnung zu finden. Zeitungsanzeigen, Apps, Internetportale, soziale Netzwerke und auch Mundpropaganda zählen dazu. Wenn Sie nicht das Glück haben, eine Wohnung über Hörensagen unter der Hand zu ergattern, ist die komfortabelste Option heute die Suche über Immobilienportale. Hier können Sie auch gleich Ihre Wunschkriterien eingeben, um die Auswahl einzuschränken. Dennoch sollten Sie die altbewährte Zeitungsanzeige nicht aus den Augen verlieren. Gerade ältere private Vermieter bieten Ihre Wohnung über diesen Weg teils günstiger an, als dies bei Maklerangeboten im Internet der Fall ist. Alternativ können Sie außerdem eine persönliche Suchanzeige veröffentlichen, in der Sie sich und Ihr Wunschobjekt kurz und knapp beschreiben. Ein Geheimtipp sind außerdem Internet-Tauschbörsen für Wohnungen.

Wohnung günstig mieten – so geht’s

Wenn Sie eine günstige Wohnung finden möchten, müssen Sie einige Tipps beachten. Zunächst einmal spielt Ihre Kompromissbereitschaft eine entscheidende Rolle. Überlegen Sie beispielsweise, ob Ihnen mehr Wohnraum oder eine gute Verkehrsanbindung wichtiger ist. Vielleicht können Sie zugunsten eines Balkons auf ein Tageslichtbad verzichten. Die Beispiele lassen sich beliebig fortsetzen.

👉 Es gilt jedoch die Faustregel: Je mehr Kompromisse Sie eingehen, desto günstiger können Sie in der Regel wohnen.

Informieren Sie sich außerdem ausführlich über den Wohnungsmarkt vor Ort. Hierzu ist der Mietspiegel Ihrer Kommune ein guter Anhaltspunkt. Vielleicht muss es nicht unbedingt das hippe Szeneviertel im Zentrum sein. In Nachbarbezirken kann die Miete bereits deutlich niedriger sein. Sie haben es gerne grüner und ruhiger? Dann sehen Sie sich unbedingt auch am Stadtrand und außerhalb der Stadtgrenzen um. Hier ist die Wohnungsknappheit meist deutlich geringer, was sich natürlich positiv auf die Mietpreise auswirkt. Dank einer guten Verkehrsanbindung sind Sie in der Regel dennoch schnell in der Innenstadt.

Wohnung mieten – von privat oder vom gewerblichen Anbieter?

Wenn Sie eine Wohnung suchen, werden Sie sowohl auf private Vermieter als auch auf Wohnungsgesellschaften stoßen. Vielerorts kaufen Immobilienkonzerne städtische und private Wohnungen auf. Für Mieter muss das nicht zwangsläufig schlecht sein. Teils investieren die Wohnkonzerne mehr in ihre Gebäude, als private Besitzer. Die Kehrseite der Medaille sind jedoch Luxussanierungen mit erheblichen Mietsteigerungen.

Insgesamt ist eine günstige Mietwohnung eher bei Privatleuten erhältlich. Diese reizen den gesetzlichen Rahmen hinsichtlich der Mietpreise häufig nicht voll aus. Im Gegenteil sind Privatvermieter eher an langfristigen, zuverlässigen Mietern interessiert. Allerdings muss die Chemie stimmen. Private Vermieter sind keine professionellen Immobilienverwalter, sondern schlicht normale Menschen mit Stärken und Schwächen. Versuchen Sie bereits beim Besichtigungstermin, herauszufinden, ob Sie mit dem potenziellen Vermieter „kompatibel“ sind. Fragen Sie ihn danach, welche persönlichen Eigenschaften er sich von seinen Mietern wünscht. Wenn Sie sich unsicher sind, wie Sie Ihrem potenziellen Vermieter gegenüber auftreten sollten, finden Sie in Ratgebern sowie in Checklisten stets gute Anhaltspunkte.

Neben Immobilienkonzernen und Privatvermietern existiert noch eine dritte Möglichkeit: Wohnbaugenossenschaften. Hier wohnen Mieter in eigentumsähnlichen Verhältnissen. Die Mieten sind meist besonders günstig, da die Genossenschaft in erster Linie zugunsten ihrer Mitglieder, also der Bewohner, wirtschaftet. Außerdem sind Sie hier annähernd unkündbar – außer die Zahlung der Miete bleibt aus. Leider sind die Wartezeiten bei Genossenschaftswohnungen jedoch meist sehr lang.

Wohnungsbesichtigung und „Eigenmarketing“

Wenn Sie schließlich eine günstige Mietwohnung gefunden haben, vereinbaren Sie einen Besichtigungstermin. Hier geht es einerseits darum, sich möglichst gut zu verkaufen, andererseits müssen Sie Sicherheit erlangen und herausfinden, ob sich das Objekt wirklich für Sie eignet. Im Fokus sollten die Mängelfreiheit und die tatsächlichen Gesamtkosten stehen. Lassen Sie sich unter anderem Nebenkostenabrechnungen der Vergangenheit zeigen, um den Energieverbrauch realistisch einschätzen zu können. Ein Energieausweis liefert ebenfalls Anhaltspunkte.

Was das Eigenmarketing betrifft, so sollten Sie bedenken, dass Vermieter stets zuverlässige Mieter suchen, die pünktlich zahlen und die Mietwohnung pfleglich behandeln. Entsprechend sind ein ordentliches Auftreten, Informationen zu Ihrer finanziellen Situation und Ehrlichkeit wichtig, um die Chancen auf den Vertragsabschluss zu erhöhen.

👍 Hinweis: Ausführliche Inhalte zur Besichtigung, zur Befragung des Vermieters und zum ersten Eindruck finden Sie in unseren Tipps und Tricks zur Wohnungsbesichtigung.

Warum sind die Mietpreise derzeit so hoch?

Villa - Immobilien gelten als sichere Geldanlage

Die hohen Mietpreise sind zum Teil auf die Beliebtheit von Immobilien als Geldanlage zurückzuführen.

Zahlreiche Faktoren führten dazu, dass die Mieten in der Vergangenheit stetig gestiegen sind. So sind Immobilien bei Investoren seit Jahren als Geldanlage besonders beliebt, weil Sie als krisensicher gelten und mitunter hohe Wertsteigerungen aufweisen. Befeuert wird diese Entwicklung durch die aktuelle Niedrigzinsphase, in der Darlehen äußerst günstig erhältlich sind. Nachholbedarf beim (sozialen) Wohnungsbau führte zusätzlich zum Anstieg der Mietpreise.

Das waren im 4. Quartal 2017 laut Statista die fünf teuersten Städte Deutschlands:

  1. München: 17,28 Euro pro Quadratmeter
  2. Frankfurt am Main: 13,58 Euro pro Quadratmeter
  3. Stuttgart: 13,34 Euro pro Quadratmeter
  4. Ingolstadt: 11,85 Euro pro Quadratmeter
  5. Mainz: 11,82 Euro pro Quadratmeter

👉 Mittlerweile mehren sich in Expertenkreisen jedoch die Stimmen, die Investoren zur Zurückhaltung raten. Besonders in Ballungsräumen könnten aus deren Sicht Preiskorrekturen bevorstehen.

Hierfür gibt es mehrere Gründe: Zunächst steht ein starker Anstieg beim Neubau von Wohnungen bevor, wodurch sich selbst in den oben genannten Städten Angebot und Nachfrage bald wieder die Waage halten könnten. Zudem kehren insbesondere Menschen mittleren Alters den Großstädten den Rücken und ziehen in den Speckgürtel. Hierdurch werden Innenstädte insbesondere von jungen Menschen und Studenten bewohnt, die sich jedoch keine hohen Mieten leisten können. In Summe könnten diese Faktoren also dazu führen, dass die Mieten in den kommenden Jahren, erstmals seit langer Zeit, wieder günstiger werden.

Gibt es Einsparungsmöglichkeiten für Mieter?

Um das Budget zu schonen, reicht es nicht aus, wenn Sie eine Wohnung günstig mieten. In Zeiten steigender Energiepreise ist es ebenfalls notwendig, die Verbrauchskosten gering zu halten. Energiesparende Immobilien mit gut gedämmten Fassaden und Fenstern tragen hierzu bei. Jedoch haben Sie auch im Altbau verschiedenste Möglichkeiten, den Strom- und Wasserverbrauch sowie die Heizkosten zu senken. Die größten Stromfresser sind Waschmaschinen, Trockner und Kühlschränke. Hier kann die richtige Handhabung und Einstellung der Geräte bereits deutliche Vorteile bringen. Weitere Tipps finden Sie in unserem Ratgeberartikel zum Thema Energie sparen.

Überblick: Die wichtigsten Begriffe im Bereich Wohnungskosten

Wenn Sie eine Wohnung suchen, werden Sie mit bestimmten Fachbegriffen konfrontiert. Für Ihr Verständnis möchten wir diese abschließend kurz erläutern.

  • Nettokaltmiete: Miete ohne jegliche Nebenkosten
  • Bruttokaltmiete: Nettomiete plus Betriebskosten, ohne Heiz- und Warmwasserkosten
  • Warmmiete: Gesamtkosten der Anmietung (inkl. sämtlicher Nebenkosten)
  • Nebenkosten: Betriebskosten, die durch die direkte Nutzung der Wohnung entstehen
  • Bestandsmiete: Nettokaltmiete bereits bestehender Mietverträge; Basis des Mietspiegels
  • Wiedervermietungsmiete: Neu vereinbarte Nettokaltmiete nach einem Mieterwechsel
  • Mietspiegel (Mietdatenbank): Dient der Ermittlung einer ortsüblichen Vergleichsmiete und zur Unterstützung der „Mietpreisbremse“
  • Betriebskostenspiegel: Bundes- und landesweit über den Deutschen Mieterbund verfügbar; wird teils auch von Kommunen erstellt; Überblick über durchschnittlich abgerechnete Betriebskosten pro Quadratmeter

 

Haben Sie noch eine Frage oder Anregungen zum Thema? Hinterlassen Sie uns gerne einen Kommentar!

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